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                             Update März 2018

MEDIENINFO ZUM INTERNATIONALEN TAG DES WALDES AM 21. MÄRZ

Nicht nur der Klimawandel macht unseren Wäldern deutschlandweit zu schaffen, es sind immer stärker zunehmend harte Formen einer immer intensiveren Forstwirtschaft mit den bekannten Schäden am Wald, den Waldböden und der Erholungsinfrastruktur. Zu oft verdient die Art der neuen Form der Ausbeutung der Wälder mit überschwerer High-Tech eher die Bezeichnung  „Brutalisierung der Forstwirtschaft“ als „nachhaltige Waldbewirtschaftung“. Dass hier Natur und der Mensch (Waldarbeiter, Erholungssuchende) und die belebte Umwelt mit ihrer Artenvielfalt auf der Strecke bleiben, ist das Ergebnis einer auf wirtschaftlichen Gewinn orientierten Bewirtschaftung der Wälder.

Die unbestimmten Rechtsbegriffe "ordnungsgemäße Forstwirtschaft" oder die sogenannte „gute fachliche Praxis“ erlaubt alles, wenn es nur im Wald geschieht. Durch die Privilegierung der fostwirtschaftlichen Nutzung unterliegen diese oft stattfindenden dramatischen Eingriffe in die Waldökosysteme nicht der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung, sie bleiben daher ungesühnt.

Und auch die Wald-Zertifizierungssysteme haben leider ihre Steuerungsfunktion verloren und sind oft zu Erfüllungsgehilfen der Holzlobby geworden.

Die im Juli 2017 gegründete Bundesbürgerinitiative Waldschutz (BBIWS) nimmt deshalb den Tag des Waldes 2018 zum Anlass, nicht nur auf die hohe Bedeutung der Wälder für unser aller Zukunft hinzuweisen, sondern sich auch im Manifest zum Wald in Deutschland mit dezidierte Forderungen an die Politik zu wenden. Die BBIWS ist bundesweit aktiv und hat zwischenzeitlich viele Unterstützer aus der Bürgerschaft und Wald-Bürgerinitiativen aus fast allen Bundesländern.

Im Anhang unsere Pressemitteilung und das Manifest zum Wald in Deutschland.

Über eine Veröffentlichung würden wir uns sehr freuen.

Für Rückfragen etc. stehen wir gerne zur Verfügung

Mit freundlichen Grüßen

i.A. Silvia Roelcke

Mitglied der Kerngruppe der BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS)

 

 

                  Tag des Waldes 2018

 

Gemeinsame Erklärung aller angeschlossenen Bürgerinitiativen  aus den Bundesländern

 

Zum Tag des Waldes 2018 fordern wir den Gesetzgeber und alle ausführenden Organe der Waldbewirtschaftung auf, endlich dafür zu sorgen, dass der öffentliche Wald in Deutschland seiner Vorbildfunktion gerecht werden kann.

 

Naturwälder und naturnah bewirtschaftete Wälder mit intakten humusreichen Waldböden sind nicht nur für unser Klima von außerordentlicher Bedeutung, sie sind auch Archen der Artenvielfalt und Erholungsraum.  

 

Nach wie vor sind die Wälder in Deutschland aber auch krank, was die jährlichen Waldzustandserhebungen belegen. Dennoch wird unser Patient Wald mit harten Bewirtschaftungsmethoden zusätzlich belastet und dringend notwendige, konsequente Korrekturen in der Jagdpolitik, die eine artenreiche Regeneration der Wälder ermöglichen (Naturverjüngung), fehlen.

 

„Nach wie vor „versteckt“ sich der harte Einsatz überschwerer Forsttechnik hinter den unbestimmten Begriffen der sogenannten „guten fachlichen Praxis“ oder der „ordnungsgemäßen Forstwirtschaft“, die diese Form der Waldnutzung nicht als Eingriffe im Sinne der Naturschutzgesetzgebung betrachten und damit rechtfertigen.

 

 

Viele „Treuhänder des Waldes“ behandeln den Wald weiter als gäbe es keine Klimaveränderung, kein Artensterben, keine Erholungsnutzung und kein Morgen. Es gilt heute mehr denn je, Wälder sehr schonend zu bewirtschaften, d.h. vor allem die überschweren Maschinen durch leichte wald- und waldbodenschonende Arbeitsverfahren wie Rückegassenabstände bis zu 60 Meter in Kombination mit mehr Pferdeeinsatz zu ersetzen.

 

„Gerade der öffentliche Wald ist gefordert, endlich seiner Vorbildfunktion gerecht zu werden, was er landesweit oft nicht tut. Und die Wald-Zertifikate haben leider ihre Steuerungsfunktion in der Fläche verfehlt. Gerade die Kommunen sollten den Wald der Bürgerinnen und Bürger nicht vorrangig als Einnahmequelle betrachten. Es gibt durchaus Möglichkeiten, Wälder naturnah zu bewirtschaften, z.B. das „Lübecker Modell“ der Stadt Lübeck oder die „Schöpfungsorientierte Waldnutzung“ des Bistums Passau. Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe“, so Silvia Roelcke, Sprecherin der BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS). 

 

Die Mitglieder der BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS) beobachten die Entwicklung in den deutschen Wäldern mit größter Besorgnis. Diese Entwicklung wird derzeit geprägt von einer unter dem allseits progagierten Deckmantel der „Nachhaltigkeit massiv zunehm-enden Industrialisierung unserer öffentlichen Wälder.

Deren gesellschaftliche Bedeutung als Erholungsort für Körper, Geist und Seele, als Lern- und Erfahrungsort wird in diesem fatalen Entwicklungsprozess vollkommen ausgeblendet.

 

Es werden in den Wäldern viel zu viele Altbäume und Biotopbäume gefällt, was keineswegs nur ein ästhetisches Problem für uns Menschen ist. Für die waldtypischen Arten wie beispielsweise Totholzkäfer, Fledermäuse und seltene Spechtarten wie den Mittelspecht ist es eine Katastrophe! Ihr Lebensraum wird allzu oft zerstört.

 

Die aufgelichteten Wälder verlieren überdies ihre Fähigkeit, viel Wasser zu speichern und verlieren ihr feucht-kühles Waldklima und ihre Funktion als Kohlenstoffsenke.

 

Forst- und Holzkonzerne geben stattdessen die Marschrichtung vor. Die Treuhänder der öffentlichen Wälder sind zu oft zu Erfüllungsgehilfen kurzfristiger wirtschaftlicher Interessen geworden.

 

Jüngste Beispiele sind z.B. der Ettersberg bei Weimar und das Naturschutzgebiet Rot- und Schwarzwildpark am Stadtrand von Stuttgart.

 

Dabei hat die höchste Rechtsprechung die Bedeutung des öffentlichen Waldes klar definiert:

 

„Die Bewirtschaftung des Körperschafts- und Staatswaldes dient der Umwelt- und Erholungsfunktion des Waldes, nicht der Sicherung von Absatz und Verwertung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse. Die staatliche Forstpolitik fördert im Gegensatz zur Landwirtschaftspolitik weniger die Betriebe und die Absetzbarkeit ihrer Produkte als vielmehr die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts“ (BVerfG, Urt. v. 31.05.1990, NVwZ 1991, 53).

 

„Genau das ist unser Ziel, dafür setzen wir uns ein und dafür erheben wir unsere Stimme“, so Silvia Roelcke.

 

Hintergrund:

 

Wald- und Jagdgesetze priorisieren nach wie vor nutzerorientierte Zielsetzungen. Die Naturschutzgesetzgebung, die eigentlich übergeordnete Regelungsinhalte verfolgen sollte, ist nicht mehr als ein „Ritter ohne Schwert“, da dieses sowohl die Wald- als auch die Jagdgesetzgebung gegenüber Zielen des Natur- und Artenschutzes privilegiert.

 

Die BundesBürgerInitiativeWaldSchutz (BBIWS) wurde am 01.07.2017 gegründet und  ist ein überparteilicher Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern, Organisationen etc. Sie verfolgt das ausschließliche Ziel, die praktizierte Bewirtschaftung der Wälder in Deutschland konstruktiv kritisch zu begleiten, Missstände aufzuzeigen, Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten und auf eine Gesetzgebung hinzuwirken, die der besonderen Bedeutung unser Wälder gerecht wird.

 

Im Gegensatz zu manchen Initiativen verfolgt die  BundesBürger InitiativeWaldSchutz (BBIWS)  nicht das Ziel gegen etwas zu sein, vielmehr verfolgt sie das Ziel für etwas zu sein und zwar für die Verbesserung des Zustandes der heimischen Wälder durch schonende Bewirtschaftungsformen.

 

Die BundesBürgerInitiativeWaldSchutz (BBIWS) unterstützt dabei, insbesondere soweit es Fragen der Wald- und Wildbewirtschaftung betrifft, die ihr angeschlossenen im Schutz der Wälder aktiven Bürgerinitiativen und Einzelpersonen.

Die Mitgliedschaft in der BundesbürgerInitiativeWaldSchutz (BBIWS) kann aktiv oder passiv erfolgen und ist kostenfrei.

 

 

                             Update Januar 2017

Gegen den ausdrücklichen Protest der Waldfreunde wurde der Waldpflegeplan            (s. Update August 2016) Anfang Dezember in Kraft gesetzt, ohne die Einwände der Bürgerinitiative auch nur ansatzweise zu berücksichtigen.

Wie befürchtet, werden zukünftig wieder sog. Forwarder (Forstschlepper) statt Rückepferde auf Rückegassen und Reitwegen zum Einsatz kommen. Außerdem sollen die Waldfreunde lediglich bei geplanten Fällungen von Laubbäumen, die älter als 120 Jahre sind, „beteiligt“ werden.

Ein Pressetermin des Forstamtes am 13.12.16 wurde zum Anlass genommen, u. a. die vorbildliche und bodenschonende Arbeitsweise von Rückepferden im Königsdorfer Wald zu demonstrieren. Das war in den Augen der Bürgerinitiative eine Täuschung der anwesenden Pressevertreter: wenige Tage später wurden an anderer Stelle gefällte Stämme mithilfe eines schweren Schleppers über den empfindlichen Waldboden gezogen!

Die Waldfreunde werden handeln und auf verschiedenen Ebenen um Unterstützung bitten!

                             Update August 2016

Wer in den vergangenen Tagen im Königsdorfer Wald unterwegs war, hat vielleicht bemerkt, dass die ersten Fällarbeiten begonnen haben. Es werden in dieser Saison überwiegend Nadelbäume und nur einzelne jüngere Laubbäume entnommen.

 

Die Verhandlungen mit dem Regionalforstamt über den Waldpflegeplan, der den Mediationsvertrag ablösen und  für die kommenden 10 Jahre gültig sein soll, sind immer noch nicht abgeschlossen.

 

Es konnte bisher kein Konsens über zwei für die Waldfreunde ganz entscheidende Punkte erzielt werden:

  • Das Fällen mit Motorsägen und Rücken mit Pferden soll den Einsatz von schweren Maschinen auf dem empfindlichen Waldboden auch zukünftig verhindern. Bisher gibt es jedoch keine Einigung über das Ausmaß des Pferdeeinsatzes bzw. die Maschinen, die in Kombination mit den Pferden zum Einsatz kommen sollen.
  •  In Zukunft sollen alte Laubbäume bis zu 120 Jahren ohne Mitspracherecht der Waldfreunde gefällt werden können. Durch den Mediationsvertrag waren bisher alle Laubbäume über 60 Jahre geschützt. Das würde einen gravierenden Rückschritt bedeuten!

 

Darüber hinaus stehen die Waldfreunde inzwischen wegen der katastrophalen Schäden, die Mountainbiker durch den Bau von Sprungschanzen verursacht haben, in Kontakt mit der Unteren Landschaftsbehörde.

 

Weiterhin gab es ein erstes Informationsgespräch mit der Frechener Bürgermeisterin Susanne Stupp, die uns bei weiteren politischen Kontakten behilflich sein will. Ebenso ist ein Hintergrundgespräch mit der lokalen Presse verabredet. Nach den Sommerferien werden die Waldfreunde Gelegenheit haben, Mitglieder des Pulheimer Rates über die Probleme im Königsdorfer Wald und die Aktivitäten der BI zu informieren.

 

 

Besuchen Sie die Waldfreunde auch bei Facebook!

 

Hier unsere Adresse:

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