Veranstaltungen

Erste bundesweite Tagung der Waldinitiativen in der Waldakademie Hümmel am 27.11.2017

Anwesend waren ca. 18 Waldinitiativen aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Als Referenten traten auf: Peter Wohlleben, Sandra Hieke von GreenPeace, Manuel Schweiger von der Zoologischen Gesellschaft Franktfurt  und der Bürgermeister von Wershofen.

Ein Ziel der Veranstaltung war u.a. den anwesenden Initiativen Hinweise hinsichtlich Organsitationsfragen und für den Umgang mit Behörden und Presse zu geben.

 

 

Die Waldfreunde zu Gast bei der Eröffnung der Waldakademie Hümmel

Der Sprecherrat der Waldfreunde war am 24.5.1017 eingeladen anlässlich der Eröffnung der Waldakademie Hümmel.

https://www.waldakademie-huemmel.de/


                                                 

 

Peter Wohlleben besuchte die Waldfreunde am 10.5.2017

 

Der Besuch des bekannten Försters, Naturschützers und Autors Peter Wohlleben bei den Waldfreunden sollte keine Lesung seiner Sachbuch-Bestseller „Das geheime Leben der Bäume“ oder „Das Seelenleben der Tiere“ im eigentlichen Sinne werden. Seine Absicht war es, unsere Bürgerinitiative aufgrund seines Bekanntheitsgrades in der aktuellen Auseinandersetzung mit der Forstbehörde Wald und Holz NRW mit Argumenten zu unterstützen.

Etwa 180 Besucher waren nach vorheriger Anmeldung in den Sportpark Villeforst gekommen, zahlreiche weitere Reservierungswünsche mussten wir leider aus feuerpolizeilichen Gründen ablehnen.

Vielen Gästen waren die Waldfreunde nicht bekannt, sodass der Sprecher der Bürgerinitiative, Werner Fink, zunächst einen kurzen Abriss über die vergangenen 7 Jahre seit der Gründung gab und den konkreten Konflikt schilderte. Den Besuchern wurde zusätzlich einen Infoflyer ausgehändigt; darüber hinaus sind auf dieser Homepage alle wichtigen Details abrufbar.

Ein „Waldpflegeplan“ soll zukünftig alle Fällmaßnahmen im Naturschutzgebiet Königsdorfer Altwald regeln. Peter Wohlleben bestätigt, dass dabei gerade die Laubbäume zwischen 80 und 120 Jahren aus wirtschaftlicher Sicht für die Förster von größtem Interesse sind, und diese waren bisher dank der Verhandlungserfolge der Waldfreunde geschützt.  Wenn das Abholzen eine „Pflege“maßnahme sein soll, dann betreibt ein Metzger „Tierpflege“. Mit diesem und anderen bildlichen Vergleichen gelingt es ihm an diesem Abend immer wieder, wissenschaftliche Zusammenhänge anschaulich darzustellen.

Vor allem alte Buchen sollen in Zukunft gefällt werden, weil sie angeblich die wertvollen Eichen „bedrängen“. Das findet Peter Wohlleben sehr bemerkenswert und meint, dass man dann konsequenterweise auch Löwen schießen müsste, um die Zebras zu schützen. In der Natur können unterschiedliche Bäume sehr wohl nebeneinander bestehen, „hilfreiche“ Maßnahmen sind dabei überflüssig und sollen nur dazu dienen, den Ertrag zu fördern.

Keine schweren Forstmaschinen auf empfindlichem Waldboden ist eine weitere Forderung der Waldfreunde. An dieser Stelle entlarvt Peter Wohlleben die Behauptung der Forstbehörde, je breiter die Reifen dieser Fahrzeuge, um so bodenschonender. Tatsache ist, dass die tonnenschweren und dazu noch beladenen Geräte irreparable Schäden anrichten.

Naturschutz bedeutet nicht, dass die Natur geschützt wird, so Peter Wohlleben und untermauert diese Aussage mit Fotos von Kahlschlägen im Nationalpark Eifel.

Der Königsdorfer Wald ist Staatswald, gehört folglich uns Bürgern!

Ein Areal von lediglich 330ha in einer der waldärmsten Regionen in NRW sollte vollkommen aus der Bewirtschaftung genommen werden, ist das Fazit von Wohlleben. Wälder kommen sehr gut ohne Menschen aus. Es gibt sie seit 300 Millionen Jahren, Menschen seit 200 000 Jahren – und Förster gerade eben seit 300 Jahren!!

Der informative und kurzweilige Abend endete nach etwa anderthalb Stunden unter anhaltendem Beifall der Zuhörer.

           

 

Infoveranstaltung der Frechener Grünen über den Königsdorfer Altwald am 8.2.2017

Gerne haben die Waldfreunde die Einladung der Frechener Grünen angenommen, im Rahmen eines Informationsabends am 8.2.2017 im Haus Wagner, Frechen-Königsdorf, über die neuesten Entwicklungen im Königsdorfer Altwald zu referieren. Aktueller Anlass war die Inkraftsetzung des Waldpflegeplans im Dezember 2016, der den Mediationsvertrag zwischen der Forstbehörde Wald & Holz und der Bürgerinitiative abgelöst hat.

Die beiden Sprecher der Waldfreunde, Werner Fink und Dr. Wolfgang Hilbert, nutzten die Gelegenheit, mithilfe einer PowerPoint-Präsentation einen umfassenden Überblick über die Geschichte und Ziele der Waldfreunde seit der Gründung im Jahr 2010 bis heute zu vermitteln.

Die Folgen von rücksichtlosem Einsatz schwerer Ernte- und Transportmaschinen für den empfindlichen Waldboden bei den Fällungen im Herbst/Winter 2009/2010 konnte die BI dabei mit zahlreichen Fotos anschaulich dokumentieren.

Erst Ende 2012 konnten zwei zentrale Errungenschaften der Waldfreunde in einem Mediationsvertrag abgesichert werden: nur jüngere Laubbäume bis zu 60 Jahren dürfen gefällt werden sowie kein Einsatz von schweren Maschinen auf unbefestigten Wegen. Und genau diese beiden wesentlichen Bestimmungen sind nun im Waldpflegeplan, der für die nächsten 10 Jahre gelten soll, aufgehoben worden.

Wahrscheinlich war nur den wenigsten Teilnehmern bewusst, um welchen Schatz es sich bei dem Königsdorfer Altwald handelt, der ein winziger Restbestand der einst in unseren Breiten vorherrschenden Buchenwälder darstellt. Zugegebenermaßen in der Ausdehnung zu klein, um zum Weltnaturerbe erklärt zu werden, aber deshalb nicht weniger bedeutsam!

Gemeinsam mit den Veranstaltern, anwesenden Mitgliedern der Bergheimer Grünen und interessierten Bürgern wurden Strategien diskutiert, wie die Umsetzung dieses Bewirtschaftungsplans doch noch gestoppt werden könnte. Alle waren sich einig, dass es nicht im Sinne der Politik sein kann, die Ergebnisse eines jahreslangen, zudem kostenintensiven, Prozesses plötzlich für null und nichtig zu erklären.

Zudem bleibt zu klären, in welcher Größenordnung sich die Erträge aus den vorgesehenen Fällungen bewegen. Sollten diese vernachlässigbar sein, wie ein Vertreter des Forstamtes im Rahmen einer gemeinsamen Besprechung bestätigte, werden die Waldfreunde auf ihre anfängliche Forderung zurückkommen, den Altwald aus der Bewirtschaftung zu nehmen.

Die Vertreter der Grünen sagten darüber hinaus zu, Herrn Minister Remmel nochmals anzusprechen und auf diese Weise die Ziele der Waldfreunde hinsichtlich des Waldpflegeplans zu unterstützen.

                                            

Bäume auszeichnen am 09.04.2016

Welche Bäume müssen in der kommenden Erntesaison 2016/17 gefällt werden und welche dürfen stehen bleiben? Und warum?

Ca. 15 Personen (Waldfreunde und Interessierte) haben das Angebot der Forstbehörde genutzt, bei dem Auszeichnen von Bäumen exemplarisch mitzuwirken. Ausgehend von der Bestimmung eines gesunden, wuchskräftigen „Z(ukunfts)“-Baumes werden evtl. „Bedränger“-Bäume zur Fällung rot markiert, die dessen weitere Entwicklung beeinträchtigen würden. Bei der Auswahl entscheidet vor allem der Blick in die Baumkrone.

Sogenannte „Biotopbäume“, meist ältere Vertreter mit abgestorbenen Ästen, Rissen in der Rinde oder Baumgabelungen, erhalten einen „Krähenfuß“ als Markierung. Diese werden dauerhaft geschützt, um z. B. Spechten, Fledermäusen und Insekten einen Lebensraum zu bieten.

Manche Entscheidungen waren nachvollziehbar, andere wurden diskutiert und die Einwände der Waldfreunde auch berücksichtigt.

Wir werden auch zukünftig die Planung und Umsetzung der „Waldpflege“ im Königsdorfer Wald kritisch begleiten.

 

 

 

Bericht über den Vortrag von P. Esser (Greenpeace) am 26.2.2016

Der Referent

Über den mithilfe von Peter Wohlleben geknüpften Kontakt mit Greenpeace konnten wir Herrn Patrick Esser als Referenten für unseren Vortragsabend am 26. Februar im Gemeindesaal der Ev. Kirche in Königsdorf gewinnen.

Herr Esser studiert Geographie in Bonn und hat sich im Rahmen seiner Bachelorarbeit mit dem Einfluss der Forstwirtschaft auf die Vitalität alter Wälder befasst. In diesem Jahr wird er sein Master-Studium mit dem Thema "Naturschutz und Landschaftsökologie“ abschließen. Seit 2013 ist er ehrenamtlich aktiv in der Greenpeace-Ortsgruppe Bonn.

 

Das Thema

Provozierend stellt Herr Esser in seinem Vortrag gleich zu Anfang die Frage, ob sich die Forstwirtschaft „auf dem Holzweg“ befindet.

Anhand von Bilderfolgen veranschaulicht er nachdrücklich, wie sich die herkömmliche Bewirtschaftung auf die Struktur, Vitalität, Biodiversität und Ästhetik der Wälder auswirkt. Er betont die Bedeutung von hohen Tot- und Altholzanteilen für die natürliche Vielfalt und erinnert an den Beschluss der Bundesregierung, bis 2020 10% der öffentlichen Wälder komplett aus der Holznutzung zu nehmen. Unter einer naturnahen Waldbewirtschaftung, die auch in Naturschutzgebieten erlaubt ist, versteht Greenpeace minimale Eingriffe des Menschen unter Berücksichtigung der natürlichen Waldentwicklung. Als Vorbild nennt Herr Esser den „Plenterwald“, der aufgrund einer einzelstammweisen Nutzung am ehesten einem Urwald gleichkommt.

Sind Pelletheizungen klimafreundlich? Keineswegs – im Gegenteil! In einem „Märchenbuch der Holzindustrie“ beschreibt Herr Esser, warum Pellets keineswegs CO2-neutral sind. Vielmehr werden durch deren Produktion die Wälder nachhaltig geschädigt. Diese Aussage wird einige Zuhörer erstaunt haben.

Mehrfach betont er, dass die „Waldfreunde“ mit dem Mediationsvertrag einen Erfolg aufweisen können, der seines Wissens bisher von keiner vergleichbaren Initiative erzielt werden konnte.

Zuletzt gibt er dem Publikum eine Reihe praktischer Tipps zum umweltfreundlichen Umgang mit dem Rohstoff Holz mit auf den Heimweg: Papierprodukte aus Recyclingfaser benutzen, Küchenpapier sparsam verwenden, unerwünschte Werbung und Versandkataloge abbestellen.

Wir bedanken uns sowohl bei Herrn Esser für einen interessanten, kurzweiligen und anschaulichen Vortrag als auch bei dem aufmerksamen Publikum, das die Gelegenheit, im Anschluss Fragen zu stellen, gerne nutzte.

 

 

Bericht über den Spaziergang mit den Waldfreunden im Königsdorfer Altwald am 13. Juni 2015 (Samstag), 15 Uhr

Als Freunde des Königsdorfer Waldes fühlte sich die Bürgerinitiative “Waldfreunde“ bei dem Thema „Natur“, unter dem die diesjährigen Umweltschutztage Frechen von März bis September stattfinden, sofort angesprochen und war gerne bereit, einen eigenen Beitrag zu leisten.

Bei einem Spaziergang am 13. Juni „Mit den Waldfreunden vor Ort“ wollte die Bürgerinitiative auf die Besonderheiten des Königsdorfer Altwaldes aufmerksam machen.

Die besten Voraussetzungen für eine gelungene Veranstaltung waren gegeben: sehr interessierte Teilnehmer, schönstes Wanderwetter und eine geplante Route von ca. 3,5 km mit Informationen und Geschichten an mehreren Stationen.

Begriffe wie „Naturschutz- und FFH-Gebiet“, „Wildnisgebiet“, „Chinesenbärte“, „Rückegassen“ wurden ebenso anschaulich erläutert wie die Bedeutung von „Habitatbäumen“ und „Totholz“.

Das beeindruckende Bild von hohen alten Buchen, die einem das Gefühl vermitteln, sich in einer mittelalterlichen Kathedrale zu befinden, aber auch das Miteinander von Esche, Eberesche, Pappel, Vogelkirsche, Buche und Eiche an anderer Stelle – das sind nur Beispiele der Vielfalt auf der relativ kleinen Waldfläche von ca. 330ha.

Die Anliegen der Waldfreunde, alte Buchen und Eichen zu schützen, wenn nötig motormanuell zu fällen und mit Rückepferden zu arbeiten, keine schweren Maschinen auf nicht befestigten Wegen zuzulassen, kamen ebenso zur Sprache wie die unerfreuliche Entwicklung, dass Mountainbiker abseits der Wege fahren und illegal Arenen bauen.