Waldbewirtschaftung



Moderne Waldbewirtschaftung gibt vor, keine Kahlschläge mehr zu produzieren, die anschließend wieder aufgeforstet werden. Stattdessen werden auf der gesamten Waldfläche ausgewählte Bäume gefällt und andere (Z-Bäume / Z=Zukunft) für eine spätere Ernte stehen gelassen. Hierzu wird zunächst ein beachtlicher Teil des Waldes für Gassen geopfert, über die die Bäume abtransportiert werden. Die Gassen selbst sind für den Wald verloren, weil die Erntemaschinen den Boden massiv schädigen. Diese sogenannten Rückegassen werden immer wieder befahren und gesunde Bäume können dort nie mehr wachsen. Dies führt zu einer deutlichen Auslichtung des Waldes und zu einer starken Veränderung seines Charakters.

Auch wenn diese Art der Bewirtschaftung von den Forstbehörden als „naturnäher“ beworben wird, hält die Bürgerinitiative Waldfreunde sie für ungeeignet in Bezug auf das Naturschutz- und Erholungsgebiet Königsdorfer Wald.

 

Der Naturstoff Holz muss auch in Deutschland genutzt werden. Überdacht werden sollte jedoch, ob die Bewirtschaftung im Königsdorfer Wald der Intention des Naturschutzgedankens und der Erholungsfunktion nicht entgegensteht. Als Natura-2000-Gebiet ist der Königsdorfer Wald, in einer der waldärmsten Regionen Deutschlands gelegen, von überregionaler Bedeutung. Er ist eines der letzten Rückzugsgebiete in der Region für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Er ist eines der wenigen Natur- und Erholungsgebiete mit einem Einzugsbereich von Hunderttausenden Menschen.

Rückegasse im Königsdorfer Wald